3 Anregungen:

  • "Wir können uns den Vater nicht aussuchen, aber wir verdanken ihm unser Leben."
  • "So lange ich mit meinem Vater im Clinch bin, bin ich mit meiner Männlichkeit im Clinch."
  • "Du kannst in deinem Leben nichts Wesentliches vollbringen, solange du deinen Vater nicht verstanden, ihm nicht vergeben und nicht auf die eine oder andere Weise gelernt hast, ihm Achtung entgegen zu bringen."

3 Thesen:

  • Männerfreundschaften sind wichtig
  • Wir sollen uns bei einem Mann "ausweinen" nicht bei unseren Frauen
  • Wir sind bessere Männer wenn wir fair Kämpfen

3 "Artikel" die mich sehr berührt haben:

  • Frauen übernehmen immer mehr die Führung und Verantwortung in Ehe und Beziehungen, während Männer zu „Problemfällen“ werden, die sich nicht verändern wollen. Sie werden zu braven und lieben Jungen, die keiner Frau wehtun wollen. Jungen, die bereit sind ihre eigenen Wünsche und Visionen, ihre Freiheit und Aggression aufzugeben, manchmal sogar ihre Sexualität, um eine Frau glücklich zu machen.

    Immer mehr Frauen sehnen sich nach einem Mann, der Integrität und Rückgrat hat und den Mut, ihnen in ehrlicher und respektvoller Form Kontra zu bieten.

    Ein Mann, den Frau auch mal anschreien kann und der nicht weinend zusammenfällt oder ängstlich wegläuft, sondern dagegen halten kann (ohne Frau zu verletzen). Ein Mann, der Konflikte, Schmerzen oder Verluste riskiert, um sich selbst und seinen Visionen treu zu bleiben. Immer mehr Frauen sehnen sich nach Männern, die wissen, was sie wollen und bereit sind dafür zu kämpfen, Männer, die entschieden JA, aber auch NEIN sagen können und nicht ihre Fahne mit einem lauwarmen „mal schauen“ in den Wind hängen. Frauen vermissen einen Mann, der auch einen emotionalen Sturm aushält und den Kontakt zu seinem eigenen Herzen nicht verliert. Ein Mann, den Sie respektieren und an den sie sich anlehnen können.
  • Vielen Männern fehlt heute eine Initiation ins Mann-Sein, und so laufen sie verloren den Frauen hinterher. Sie bleiben ewiger Rebell gegen den Vater oder ziehen sich auf eine emotionslose und arrogante Position als „intellektuelle Besserwisser“ zurück.
  • Zwischen 3 und 6 Jahren beginnt die Differenzierung der Geschlechter in der sogenannten oedipalen Phase. Kleine Jungs und Mädchen in dem Alter sind neugierig, offen, unschuldig und aufgeregte Forscher wenn sie „den kleinen Unterschied“ im Doktorspiel erkunden. Auf der erwachsenen Ebene vergleicht und identifiziert sich der Junge mit dem Vater als Mann und sucht in der Mutter die Spiegelung einer Frau.

    In dieser Phase braucht er das gegengeschlechtliche Gegenüber um seinen eigenen männlichen Energiekreislauf einzurichten. Körperenergetisch ist der Junge in seinem kleinen Kraftpfahl positiv gepolt - das heißt: sein Pimmel ist ein Energiezentrum, das primär ausgerichtet ist, Energie gerichtet nach außen abzugeben. Diese wird von der Frau über ihre Vagina / Yoni aufgenommen. In seinem Herzen ist er rezeptiv gepolt und nimmt dort von der Frau auf. Diese Liebeskraft strömt nach unten in den Penis / Vajra, dem positiven Pol. Bildlich liegt so die Wurzel des Vajras im Herzen verankert.

    Der kleine Junge streckt voller Stolz, Unschuld und Freude der Mutter sein Glied entgegen, was auch ein kindlicher Ausdruck des männlich sexuellen Liebesflusses ist, der von seinem Herzen kommt. Ein guter Spiegel wäre, seine Freude zu teilen und seine ungestüme wachsende Kraft nicht als Bedrohung zu erleben. Auch wie sehr die eigene Mutter in ihrem Frau-Sein ruht, oder als sinnliche, sexuelle Frau präsent ist oder nicht, beeinflusst das spätere Frauenbild von Männern sehr unmittelbar. Konnte sie ihr Frau-Sein geniessen? Mag sie sich selbst?

    Oft reagiert die Mutter jedoch offen oder verdeckt ablehnend auf seinen phallischen Ausdruck. Sie überflutet den Sohn zudem mit ihren Gefühlen, was einer penetrierenden Kraft im Herzen entspricht. Dies geschieht um einiges subtiler, denn sie tut ihm ja angeblich gar „nichts Böses“ an. Dabei überschwemmt sie den Jungen im Herzen mit Liebesgefühlen und missachtet gleichzeitig den kleinen Mann, der ihr seine Liebe über das Becken, seinen Vajra gezeigt hat. Diese Form von Missbrauch der Mutter dem Sohn gegenüber ist weniger greifbar, da er meist auch nicht auf der direkten körperlichen Ebene geschieht wie beim Mädchen, sondern energetisch. Dieses Zuviel an Energie im Herzbereich und das kastrierende Abklemmen der Energie im Beckenbereich wirkt sich auf die erwachsene männliche Sexualität so aus, dass sie getrennt vom Herzen stattfindet. Männer haben es oft schwer, sich auf eine tiefere Bindung einzulassen. Passiv-aggressives Beziehungsverhalten, Impotenz Probleme, frühzeitige Ejakulation, sexuelle Gewalt und Missbrauch gegen Frauen als Rache für die eigene Verletzung,... können Folgen davon sein.

    Der empfindsame Ort, wo vorwiegend Verletzungen geschehen liegt bei beiden Geschlechtern am rezeptiven Pol. Im weiblichen Energiekreis ist die Vagina / Yoni der rezeptive Pol, wodurch Frauen Energie nach innen aufnehmen und sie nach oben zum positiven Pol - dem Herzen - leiten. Das Herz gibt nach außen und so schließt sich ein energetischer Kreis über den Austausch stattfindet.

    Das heißt, die Traumatisierung und der Missbrauch des sexuellen Liebesflusses geschieht bei Mädchen in der Yoni - bei Jungen im Herzen.

    In der Mann-Frau Beziehung ist es oft so verteilt, dass die Frau zuerst das Vertrauen und die Bindung auf der Herzebene braucht, um sich im Sex zu öffnen - und der Mann den Zugang zuerst über den Sex möchte. Das heißt: er will endlich angenommen werden mit seiner phallischen Kraft, bevor er sich im Herzen berühren lässt. Das Grundthema ist jedoch auf beiden Seiten dasselbe: Die Verbindung zwischen Genital und Herz fehlt - im Kinderleben hat sie sich verschlossen, als Schutz vor der Verletzung durch Mutter oder Vater im rezeptiven Pol.

    Für den Jungen ist dieser erste Schritt der Geschlechterdifferenzierung schwieriger, da er sich von der Symbiose mit der Mutter komplett lösen muß, um sich ihr neu als „kleiner Mann“ zu nähern, der in ihr auch die Frau sieht. Selbstverständlich ist in dieser Phase der Vater (oder auch der neue Partner der Mutter) von entscheidender Bedeutung. Er ist der erste wichtige Mann, der durch seine männliche Präsenz als Rollenmodell wirkt. Wie ist es Mann zu sein? Über die Identifikation mit dem Vater kann er zum männlichen Ufer schwimmen. Falls die Bindung mit der Mutter zu stark ist, muss der Vater ihn vielleicht aktiv auf seine Seite holen und ihm die Männerwelt zeigen. Idealerweise rivalisiert er nicht aus seiner eigenen Bedürftigkeit mit dem Sohn, sondern kann unterstützend hinter ihm stehen. Das ist die Basis für die erneute Annäherung an die Mutter - diesmal als kleiner Mann.

    Da dieser Schritt nicht von heute auf morgen geht, braucht es von der Mutter viel Einfühlungsvermögen wann sie als Frau und wann als Mutter gefragt ist, zu der er zwischendurch wieder als kleiner Sohn kuscheln kommt. Eine gute Mutter ist für ihren Sohn als nährende Mutter da - gleichzeitig kann sie ihm auch als erotisch, sinnliche Frau ein Gegenüber sein und seinen Weg vom Jungen zum Mann mit Freude begleiten. In dieser Phase helfen auch alle Fragen zum Ursprung des Lebens die eigene Identität zu bilden. Kinder werden aus dem Bauch der Frau geboren - aber da hinein kommen sie durch die Befruchtung des männlichen Samens. Ein wichtiger Grundsatz aus der indianischen Tradition lautet: „Alles ist aus der Frau geboren (und deshalb zu ehren) - und der Same der kreativen Schöpferkraft kommt vom Mann“. Aus der Vereinigung dieser beiden Pole entsteht neues Leben. Die Rückverbindung mit der weiblichen und der männlichen Wurzel birgt daher pure Lebenskraft in sich.

    Der erwachsene Energiekreislauf ist ein selbstregulierter Fluss - das heißt, die Mutter ist als Frau idealerweise so in ihrer weiblichen Identität verankert, dass sie den Sohn nicht als Bestätigung für ihr Frau-Sein braucht. Der Sohn aber braucht sie als gegengepolte Frau, um seinen männlichen Stromkreis zu lernen. Im Vater sieht er einen Mann, der seine erwachsene männliche Sexualität mit seiner Frau teilt, aber in seiner männlichen Potenz nicht abhängig ist von ihr.

    In der Pubertät wird die Reifung der männlichen Organe bis zur Zeugungsfähigkeit abgeschlossen. In dieser Zeit geschieht der Wechsel zum selbstregulierten System. Es ist wichtig für jugendliche Männer, sich in verschiedenen sexuellen Begegnungen mit Frauen auszuprobieren und zu erleben bis zum Erkennen: „Es ist mit jeder möglich, aber ich brauche letztendlich keine Frau, um mich als Mann zu fühlen“. Das wäre die ideale Basis, sich für eine Frau zu entscheiden in innerer Freiheit und Liebe!

    Anders ausgedrückt: Liebe beginnt, sobald die Projektion der idealen Geliebten abfällt und nicht mehr bestimmte äußere Faktoren fürs eigene Liebeserleben wichtig sind, weil die innere Verbindung zwischen Herz und Sex offen ist. Das trifft die Sehnsucht so mancher Frau: Mit einem präsenten Mann zu sein, der ihr seine phallische Kraft aus der Verbindung mit seinem Herzen schenkt. Entscheidet sich ein Mann aus diesem Raum verbindlich für eine Frau, kann er sie wirklich als reales Gegenüber sehen - mit all ihren Nachteilen und Vorzügen. Eine innere Freiheit entsteht, alle gelebten und ungelebten Möglichkeiten mit ihr zu teilen.

    Hier kommt zu der Verbindung zwischen Sex und Herz noch das bewusste Erkennen von sich selbst im Anderen dazu. Nur im gegenseitigen Annehmen des Anders Seins ohne Bewertungen öffnet sich der verbindende Raum, der jenseits der Polaritäten liegt. Entscheidet sich ein Mann im Reifungsprozeß des Lebens für die Verantwortung als Vater, ist es nun an ihm, präsent zu sein als Begleiter und Spiegel für seine Kinder. Für seine Söhne wirkt er als männliche Identifikationsfigur und für seine Töchter ist er der erste wichtige Mann in ihrem Leben.

    Das kleine Mädchen braucht ihn (wie er früher seine Mutter) um ihren weiblichen Energiekreis einzurichten. Wird der unschuldige Liebesfluss vom Mädchenherzen zum Vaterherzen angenommen? Welche Qualität kommt aus dem Becken des Vaters zur Tochter zurück?

    „Ich heirate meinen Papa“ sagt das kleine Mädchen ganz ernst und wird damit eher selten ernst genommen. Mit unschuldiger Neugier erprobt sich das Mädchen als kleine heranwachsende Frau besonders dem Vater gegenüber. Von ihm möchte sie bestätigt werden in ihrer Weiblichkeit ohne dass er sie mit seiner erwachsenen Sexualität überflutet. In Worten könnte das lauten: „Ich sehe Dich als schöne kleine Frau - für meine sexuellen Bedürfnisse sorge ich jedoch selbst und lebe sie mit Deiner Mutter (oder einer anderen erwachsenen Frau).“ Von der Mutter, die idealerweise ihr Frau Sein genießen kann, wäre schön zu hören: „Ich bin eine Frau wie Du und stehe unterstützend hinter Dir während Du Dich Deinem Vater als „kleine Frau“ annäherst. Wenn Du mit Gefühlen und Handlungen konfrontiert bist, die Dich überfordern, beschütze ich Dich.“

    Läuft diese Spiegelung ideal, kann das Mädchen in ihrer sexuellen Identität sicher werden und Unabhängigkeit gewinnen. Dazu braucht sie von ihrem Vater einen klaren, präsenten männlichen Gegenpol, der seine phallische Kraft nicht missbraucht. Auf dieser gesunden Basis wird ihre weibliche Freiheit möglich. Das bedeutet, sie kann ihre Partner später frei wählen und muß in ihrer erwachsenen Beziehung nichts nachholen an versäumter oder mißlungener Spiegelung durch den Vater.

    Im großen Kreislauf des Lebens kommt es wieder ihren Söhnen zugute, die sie mit diesem Hintergrund besser begleiten kann auf ihrem Weg zu Männern der nächsten Generation. Männer, die ihre Manneskraft aus der Wurzel ihres Herzens mit der Welt teilen.
    * Quelle: Männer-Spezial